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Zeichnen ist für mich eine Form des Denkens
und Erforschens, eine Reise auf dem Papier, bei der ich nie genau
weiß, wohin sie führen wird. Vor allem ist Zeichnen ein
Experiment, was mögliches scheitern einschließt. Zeichnen
ist tätigsein. Es führt zu nichts, weil jede Linie irgendwann
aufhört. Das hat die Linie mit dem Leben gemeinsam.
Für das Zeichnen spricht genau soviel oder wenig wie für
das Leben selbst und es hat entsprechend vielfältige Erscheinungsformen.
Die gezeichnete Linie begrenzt und ist begrenzt. In der Vorstellung
kann sie endlos weiterlaufen, in der Natur existiert sie überhaupt
nicht. Zeichnen ist immer Abstraktion von Wirklichkeit, umformen,
reduzieren, transformieren, verändern, die Zeichnung ein Modell.
Hinsichtlich der Materialien ist Zeichnen ein unaufwendiges Medium.
Was man zeichnend in Gang setzt, kann allerdings sehr komplex sein.
Gerade in einer Welt die immer abstrakter wird, ist es mir ein Bedürfnis
mit einfachen Mitteln zu arbeiten und das, was ich tue selbst anfangen
und abschließen, bewegen und handhaben zu können.
Zeichnen ist das künstlerische Medium, das gedanklichen Prozessen
am nächsten kommt.
Die Zeichnung als Fragefeld und Schwebezustand.
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